Referenzartikel Monverde – Hotel von FCC Arquitectura

12. Dezember 2016

Nicht nur im Wein liegt die Wahrheit. Auch die Architektur kann uns die Essenz der Natur und des ländlichen Lebens nahe bringen. Auch wenn das moderne ländliche Leben in der Regel dann auf guter Planung basiert und keinen Komfort missen lässt. Ein Weingut in Portugal zeigt wie man mit edel und großzügig gestalteten Räumen urlaubsuchende Gäste in sehr rurale Gebiete zieht. Es lohnt sich, einen Blick auf die gut gestaltete Internetseite des Hotels zu werfen: monverde.pt

Es ist gar nicht so einfach ein gutes Hotel zu bauen. Die Wünsche der Gäste aus allen Herren Ländern sind vielfältig und nicht immer miteinander vereinbar. Was dem einen als Mehrwert gefällt, empfindet der nächste Gast vielleicht als Zumutung. Natürlich kann man mit einem weltweit etablierten, standardisierten Hotelzimmer das Gros der Gäste überzeugen, aber das funktioniert in der Regel nur dort, wo die schlichte Übernachtung gewünscht ist. In Großstädten feiern neue Hotelketten wie Motel One große Erfolge, aber deren Konzepte, die nichts auf Regionalität oder Individalität geben, kommen dort an ihre Grenzen wo man um den Gast buhlen muss.

Telões ist eine Gemeinde im Nordwesten Portugals mit etwas mehr als 4200 Einwohnern. Zwar liegt der Flughafen von Porto nur 50 Kilometer entfernt, das reizvolle Porto aber auch. Die Eigentümer des Weingutes Quinta da Lixa setzten also mit Ihrem Monverde Wine Experience Hotel auf das bewährte Rezept mit guter Architektur solvente Gäste aus dem nahen Porto in ihre ländliche Gegend abzuwerben. Das ein solches Konzept funktionieren kann, zeigen viele Beispiele wie zum Beispiel die 20 Winzerhäuschen, die Matteo Thun vor drei Jahren bei Trier baute.

Eigentlich war ja alles etwas kleiner gedacht: Erst sollte nur ein Haus für die bestehende Kundschaft an Weinfreunden entstehen, aber im Lauf der Jahre wurde aus ersten Inspirationen und Vorstellungen ein Hotelbetrieb mit letztlich 30 großzügigen Zimmern. Inmitten einer wunderschönen Landschaft und einem streng geometrisch geordneten Weinberg entstanden ein viergeschoßiges Haupthaus und drei zweigeschoßige Bauten. Das Genussprodukt Wein und die Weinhänge des Anwesens sollten wie auch bisher das Herzstück des Anwesens bleiben, nur eben ergänzt durch eine hochkarätige touristische Komponente. „Wir wollten die gesamte Infrastruktur neu beleben“, führt Fernando Coelho, Inhaber des Architekturbüros FCC Arquitectura aus, „die bisher bebauten Flächen waren aber für das geplante Investitionsprogramm nicht ausreichend. Wir mussten also, inspieriert von den alten Gebäuden und der historischen Infrastruktur, in Teilbereichen neu bauen.“

Die entstandenen Räume wirken so klar geordnet wie die Spalier stehenden Reben an den bis zu den Hotelzimmern reichenden Anbauflächen. Die funktionale und formale Regeneration des vormals etwas herunter gekommenen Anwesens versucht das alte architektonische Erbe zu bewahren. Die regionale Identität und die Wahrung einer weitgehend natürlichen Umwelt ist eine der wichtigsten touristischen Anziehungspunkte des Monverde Wine Experience Hotel. Es sind nur wenige Materialien, die eingesetzt werden. Dazu gehören die Natursteine Schiefer und Granit. Die rohen Wandscheiben, die wie Trockenmauern anmuten sind bis in die Innenräume gezogen und bleiben an einigen Stellen in ihrer groben Anmutung sichtbar. Ansonsten dominiert viel Holz und einfarbig gehaltene Wände, die zurückhaltend mit Kunstgegenständen garniert wurden.

Große Glasbänder ermöglich einen unverstellten und einladenden Blick nach außen. Die Architekten beabsichtigen gezielt die Wechselwirkung der Landschaft mit den Innenräumen. Das Thema Wein soll allgegenwärtig sein und die Hotelgäste in die Natur einladen. Es gibt mehrere Wanderwege rund um die Immobilie, die die verschiedenen Gebäudes des Weingutes einbinden. Die enge Verzahnung zwischen Innen und Außen, so erläutern es die Architekten, soll dabei helfen, eine intime, erholsame Atmosphäre mit einem dominierenden ländlichen Charakter zu definieren. Das zentrale Thema Wein und Weinanbau bleibt dabei allgegenwärtig.

Für die Wände und Decken wurden zurückhaltende Farben gewählt, die jedes grelle Aufsehen meiden und die Erdtöne des Weinberges wiederholen. Als kleine Extravaganz darf der stilisierte, skulpturale Blätterwald gelten, der im Haupthaus über der Lobby schwebt. In vielen Räumen sorgt ein hoher Anteil an textil verkleideten Wänden für eine gute Akustik. Das ganze Anwesen wirkt still und in sich gekehrt. Fahren Sie hin, wenn Ihnen der Büroalltag und die EnEV auf die Nerven gehen oder Ihr Bauherr die Honorarvorgaben der HOAI ignorieren möchte. Vergessen Sie aber nicht, uns von Ihren Erfahrungen zu berichten.

FCC Arquitectura, www.fc-arquitectura.com

Monverde – Wine Experience Hotel, monverde.pt

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